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»Ich bin ein Diaspora-Jude«

Rafael Seligmann über das Gelobte Land, Krieg und Frieden, Väter und Söhne

»Deutschland wird dir gefallen« ist die dieser Tage erschienene Autobiografie von RAFAEL SELIGMANN überschrieben (Aufbau-Verlag, 461 S., geb., 24,95 €). Der 1947 in Tel Aviv als Sohn deutcher Juden geborene Schrifsteller bricht auch hier Tabus, spricht ungeliebte Wahrheiten offen aus, wie man es von seinen Artikeln und Büchern gewohnt ist. Mit dem streitbaren, anregenden Geist traf sich im Café Einstein in Berlin KARLEN VESPER.

ND: »Deutschland wird dir gefallen«, sagte Ihr Vater Ludwig Seligmann zu Ihnen, als er mit Ihnen 1957 von Israel nach Deutschland übersiedelte? Gefällt es Ihnen in Deutschland?
Seligmann: Vieles gefällt mir, manches gefällt mir nicht.

Zum Beispiel?
Mir gefallen die Ernsthaftigkeit und Gründlichkeit der Deutschen. Wenn ein deutscher Handwerker etwas repariert, ist es repariert. Wenn man sich zu einer bestimmten Zeit verabredet wie wir, dann trifft man sich exakt zum Termin. Das ist in Israel nicht selbstverständlich. Mir gefällt auch, wie man sich in Deutschland mit der Vergangenheit auseinandersetzt. Nicht immer perfekt, viel zu spät etwa beim Auswärtigen Amt. Aber immerhin, im Gegensatz zur Türkei, die den Genozid an den Armeniern noch immer leugnet. Im Gegensatz zu den Japanern, die sich nur halbherzig bei China für ihre Massaker entschuldigten.

Aber in Ihrer Schulzeit in München waren die Naziverbrechen kein Thema. Und Ihre Geschich...




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