Rainer Kreuzer, Hamburg 27.12.2010 / Politik

Halb Hamburg ist unbewohnt

Trotz Wohnungsnot: Eine Internetseite zeigt massiven Leerstand an der Elbe

Es ist in Hamburg strafbar, dauerhaft Wohnraum leerstehen zu lassen. Dennoch sind zahlreiche Immobilien in der Elbmetropole derzeit ungenutzt – gerade in den begehrtesten Stadtteilen wie St. Pauli, Ottensen oder an der Sternschanze. Etliche der so aufgespürten Leerstandsimmobilien gehören sogar der Stadt selbst.

Eine noble Villa an der Alster ist dabei, ein herrschaftliches Anwesen mit Blick auf die Elbe, ein früheres Hertie-Kaufhaus und eine komplette Siedlung mit 80 Wohnungen. All das steht leer in Hamburg – und noch viel mehr. Zugleich fehlen rund 30 000 Wohnungen, und 4000 Menschen sind obdachlos.

Eine scheinbar absurde Situation, die den Hamburgern seit einiger Zeit täglich ins Bewusstsein gerufen wird: Die stadtpolitische Initiative »Komm in die Gänge!«, die im vergangenen Jahr durch eine Besetzung den Abriss des historischen Gängeviertels verhindert hat, dokumentiert die aktuellen Leerstände von Wohn- und Gewerberäumen im Internet: Auf »leerstandsmelder.de« kann sich jeder Interessent einloggen und sich entweder darüber wundern oder ärgern, wie viel Raum eigentlich leersteht in dieser Stadt, in der man auf Wohnungssuche so gute Nerven braucht. Oder man stellt selbst entdeckte urbane Leerstände ein – komplett mit Text und Fot...

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