Kein heißer Draht bei Hotline »Hatif«

Terrorgefahr hin oder her: Der Staat hat sich dem Kampf gegen alle »Extremisten« verschrieben

  • Von Regina Stötzel
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Auch in der Weihnachtszeit hat es keine Entwarnung in Sachen Terrorgefahr gegeben. Und das, obwohl es seit einem halben Jahr das Aussteigerprogramm für Islamisten »Hatif« und in der Regierungskoalition einen »antitotalitären Konsens« gibt.

Vermutlich haben sich die Bürger auf überfüllten Weihnachtsmärkten und in vollgestopften Kaufhäusern so wohl gefühlt wie selten zuvor. Umfragen hätten ergeben, dass sich viele Bürger nach der öffentlichen Bekanntgabe einer angeblich erhöhten Terrorgefahr sicherer fühlten, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière kurz vor den Feiertagen dem »Spiegel« und frohlockte: »Das ist ein schöner Sieg über die psychologische Kriegsführung der Terroristen.« Bislang sieht er »keinen Grund zur Entwarnung«.

Die Hinweise, die zu der Terrorwarnung führten, sollten, wie zu lesen war, auf einen deutschen Djihadisten zurückgehen, der aus der Szene aussteigen will – also genau aus jener Personengruppe, auf die das im Sommer gestartete Aussteigerprogramm »Hatif« des Bundesamtes für Verfassungsschutz abzielt.

Hatif ist das arabische Wort für Telefon und außerdem Akronym des sperrigen Appells »Heraus aus Terrorismus und Islamistischem Fanatismus«. B...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.