Ausgeblendet und geleugnet

Leipziger Demo soll heute an ungeklärten Tod von Kamal K. erinnern

  • Von Hendrik Lasch, Leipzig
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Zwei Monate nach dem tödlichen Angriff auf einen 19-jährigen Iraker am Leipziger Hauptbahnhof soll eine Demonstration heute daran erinnern, dass das Verbrechen ungeklärt ist. Staatsanwaltschaft und Oberbürgermeister stehen wegen ihres Verhaltens im Fall Kamal K. in der Kritik.

»Kick off antifascism« – diese Aufschrift trug ein Shirt, das Daniel K. in der Nacht des 24. Oktober 2010 trug. Antifaschismus rausschmeißen und wegtreten – der Gedanke liegt nicht allzu fern, darin ein politisches Bekenntnis zu vermuten. Die Staatsanwaltschaft sah das offenbar nicht so streng. Sie entließ Daniel K. kürzlich wieder in die Freiheit, obwohl er zuvor als einer von zwei Tatverdächtigen für den Tod des 19-jährigen Kamal K. galt.

Verdacht auf »Kuhhandel«

Der junge Iraker starb vor gut zwei Monaten in einem Park gegenüber des Leipziger Hauptbahnhofs, wo er zuvor in eine Auseinandersetzung mit zwei Männern verwickelt und niedergestochen worden war. Nach Aussagen von Sachsens Ausländerbeauftragtem Martin Gillo soll K. interveniert haben, als die Täter einen anderen Jugendlichen bedrohten. Schnell wurde ein rassistisches Tatmotiv vermutet, wofür es Gründe gab. So soll Daniel K. in einer rechten Kameradschaft aktiv ge...

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