Der Trick mit der langen Leine

Bei den Miesmuschelfischern an der Nordsee wird ein neues Aufzuchtverfahren getestet

  • Von Wolfgang Runge, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Bislang sammeln Deutschlands Muschelfischer junge Miesmuscheln von den Sandbänken, um sie auf gepachteten Kulturflächen wieder abzusetzen. Doch die Muschelbestände in der Nordsee schwanken. Deshalb suchen die Fischer jetzt neue Wege.

Sylt. Stundenlang dreht die »Truntje« im Wattenmeer vor Sylt geheimnisvolle Kreise, und an Bord regt sich scheinbar nichts. Sollte dieser Kutter der legendäre Fliegende Holländer sein? Peter Ewaldsen, Vorsitzender der Erzeugerorganisation Schleswig- Holsteinischer Muschelfischer, lacht: »Das sind Muschelfischer, die ihr Feld bestellen«, sagt er. Sie bringen mit der »Truntje« ihre Saat aus – das sind Muschellarven, von den Fischern auch »Saatmuscheln« genannt, die sie zwei Jahre später ernten können.

Wilde Miesmuschelbänke dürfen in Deutschland nämlich seit rund 20 Jahren nicht mehr abgeerntet werden. Daher seien die Muschelfischer jetzt die »Bauern des Meeres«, sagt Ewaldsen. Ihre Äcker sind 2300 Hektar Meeresboden, die sie vom Land Schleswig-Holstein gepachtet haben.

Schwimmende Röhren

Doch ganz verzichten können die Muschelfischer auch heute noch nicht auf die wild lebenden Miesmuscheln: ...


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