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Untot im Internet

Eine Freiburger Theologin wickelt den digitalen Nachlass von Verstorbenen ab

  • Von Michael Scheuermann, Freiburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Erben war schon immer eine Angelegenheit mit Unwägbarkeiten. Die Nachlasswirklichkeit des 21. Jahrhunderts sorgt jedoch für Überraschungen, die vor 20 Jahren noch undenkbar waren. Immer öfter hinterlassen Verstorbene digitale Spuren auf Computern und im Internet, die den Hinterbliebenen nicht nur Angenehmes verheißen, sondern sie auch teuer zu stehen kommen und Missbrauch Tür und Tor öffnen können.

Seit zwei Jahren bieten die Freiburger Theologin Birgit Janetzky und der Informatiker Marc Zielenski deutschlandweit den »Semno«-Service an, der digitale Guthaben ebenso wie Kostenfallen aufspürt, sensible Daten sichert und einen pietätvollen Internetabschied ermöglicht.

Birgit Janetzky kennt viele Fälle. Als ein Mann mit Ende 50 vor Antritt einer Griechenlandtour überraschend stirbt, versuchten die Kinder, den Veranstalter vom Tod des Vaters zu informieren und aus dem Vertrag herauszukommen, erzählt sie. Unterlagen oder Ausdrucke der Internetbuchung mit Anbieteradresse gab es nicht, der Computer war durch Passwort geschützt. Erst die fachmännische Durchforstung des digitalen Erbes brachte die gesuchten Daten ans Licht, und der Vertrag konnte storniert werden.

Bei einem Unfalltoten im Alter von Mitte 20 wandten sich die in Onlinefragen unbedarften Eltern mit dem Hinweis an »Semno«, ihr Sohn habe alles über das Internet erledigt. Nach S...


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