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Parallele Starts »zwingend« nötig

Deutsche Flugsicherung prüfte alternative Vorschläge für Schönefeld und will Lärm berechnen

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

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Wer bekommt den Lärm ab, wenn die Flugzeuge in Schönefeld kurz nach dem Abheben in einem Winkel von 7,5 oder 15 Grad abknicken? Wie wäre es, wenn die Maschinen kurz vor Zeuthen eine scharfe Kurve fliegen oder wenn sie sehr steil starten und dadurch schnell an Höhe gewinnen? Solche Fragen soll die Deutsche Flugsicherung (DFS) am 14. Februar beantworten. Die Fluglärmkommission möchte Berechnungen für die genannten Varianten. Das sagte die Kommissionsvorsitzende Kathrin Schneider nach der Sitzung gestern, bei der es wieder um die Flugrouten ging.

Die DFS will die Lärmberechnungen wie gewünscht vorlegen. »Sicher, geordnet und flüssig« müsse es laufen, das sei der gesetzliche Auftrag der Flugsicherung, bekräftigte Hans Niebergall, der die Berliner Niederlassung leitet. Dass Flugzeuge am künftigen Großflughafen unabhängig voneinander starten und landen, sei zumindest zu bestimmten Zeiten »zwingend notwendig«.

Es könnte dann sein, dass zwei Flugzeuge parallel starten, und aus Sicherheitsgründen müssen sie sich direkt nach dem Abheben voneinander entfernen. Das Abbiegen würde bedeuten, dass andere Gegenden vom Fluglärm betroffen wären als noch Anfang 2010 allgemein angenommen. Darum dreht sich seit Monaten ein heftiger Streit.

16 Änderungsvorschläge hatte die DFS von der letzten Sitzung der Fluglärmkommission mitgenommen. 14 Vorschläge hat sie inzwischen geprüft und gestern noch weitere Vorschläge erhalten. Niebergall hält es für möglich, nachts auf eine der beiden Startbahnen zu verzichten. Schwierigkeiten sieht er beim sehr steilen Abflug oder bei Ideen, die Landebahn zu verkürzen. Es gebe beim Start vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeiten, erläuterte der Chef der Flugsicherung. Zum Vorschlag anderer Anflugwinkel sagte er, der Erfahrung nach verringere dies Lärmbelastungen nicht wesentlich. Überhaupt sei man noch gar nicht bei den Anflugrouten. Zunächst einmal müsse Klarheit über die Abflüge herrschen. Am 6. September habe man betreffs der Flugrouten »erste Erwägungen« mitgeteilt, erinnerte Niebergall. Der »finale Entwurf« werde nun entwickelt und bei »sachlicher Diskussion« Mitte des Jahres vorliegen. Das Bundesamt für Flugsicherung müsse ihn dann genehmigen. Schneider meinte, ein Abbiegen müsse hinsichtlich des Lärms nicht unbedingt schlecht sein.

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