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Auf dem Potsdamer Telegrafenberg, wo in der vergangenen Woche das 11. Forum Katastrophenvorsorge stattfand, müsste man sich von Natur aus eigentlich über biblische Fluten oder Poseidons Erderschütterungen keine Sorgen machen. Doch genau das tut man im Deutschen Geoforschungszentrum, das auch mit allerlei Studien und Projekten aufmerksam macht und Forscher anderer Einrichtungen zum Meinungsaustausch lockt.

Die Bundesregierung, so Innenstaatssekretär Klaus-Dieter Fritsche, begrüßt das und freut sich, dass die Bedeutung von Katastrophenvorsorge »im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen ist«. Warum die Regierung ihrem Volk da nicht auf gleicher Ebene begegnet, erklärte er nicht. Denn man muss nur einmal in den Etat des Auswärtigen Amtes schauen, um festzustellen: Die Aufwendungen für die Katastrophenvorsorge sinken, obwohl der weltweite Bedarf gewaltig steigt. Die staatlichen und nicht-staatlichen Helfer sind an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, der Koordinierungsbedarf übersteigt die Fähigkeiten der UN.

Es gibt viel zu viele Herausforderungen, Brände, Fluten, Dürren, Erdbeben ... Respekt: Viel Übles können Wissenschaftler voraussehen, modellieren. Bis hin zu ökonomischen Schadenskurven, die immer steiler ansteigen. Naturkatastrophen verbünden sich ganz objektiv mit Fragen der Migration und der fortschreitenden Urbanisierung. Staatsgrenzen halten nichts und niemanden auf. Viele Akteure verfolgen zu eng gesteckte Ziele, menschlicher Erfindergeist, Mittel und Ressourcen werden selten so konzentriert, dass sie den meisten Nutzen bringen. So bleiben auch klügste Forscher einsame Rufer in politischen Wüsten.

Vor dem Tagungssaal lagen kleine Checklisten aus. Darauf stand, was bei Hochwassergefahr zu tun ist: batteriebetriebenes Radio einschalten, Strom und Gas abstellen, Nachbarn informieren, Handgepäck packen. Falls noch Zeit bleibt, könne man empfindliches Mobiliar in höhere Stockwerke bringen. Wohl das einzige, was Menschen, die ärmer sind als wir Durchschnittsdeutschen, erspart bleibt.

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