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219 Menschen starben bei Tunesien-Aufstand

Ein Drittel der Opfer durch Gefängnisbrände

Während des Volksaufstands in Tunesien hat es nach jüngsten Informationen der UNO mehr Todesopfer gegeben als bislang angenommen.

Tunis (dpa/AFP/ND). Insgesamt seien bei den Unruhen seit Mitte Dezember 219 Menschen ums Leben gekommen, davon etwa ein Drittel bei Gefängnisbränden. Die Zahl der Verletzten liege bei mehr als 500, teilte eine UNO-Delegation des Hochkommissariats für Menschenrechte am Dienstag in Tunis mit. Aber auch diese Zahlen seien nur vorläufige Angaben, betonte Delegationschef Bacre Ndiaye.

Die Polizei hatte am Montag in der Hauptstadt Tunis regierungskritische Demonstranten mit Gewalt auseinandergetrieben. Die Beamten setzten gegen junge Leute, die sich im Stadtzentrum vor dem Innenministerium versammelt hatten, Tränengas ein, berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Außerdem schlugen sie mit Knüppeln auf die Demonstranten ein und hörten auch nicht auf, als diese schon am Boden lagen. Die Personalien mehrerer Demonstranten wurden überprüft, etliche von ihnen wurden in Polizeiwagen gesteckt.

Der Gewalt war eine Protestkundgebung auf der Hauptstraße Habib Bourguiba vorangegangen, bei der die Demonstranten die Ablösung aller Beamten im Innenministerium forderten, die der RCD, der früheren Partei des gestürzten Staatschefs Ben Ali, angehörten. Die Polizei schritt ein, als mehrere Jugendliche Schaufenster von Geschäften zertrümmerten.

In Kasserine im Landesinnern griffen mehrere hundert Menschen das Gebäude der Unterpräfektur an und plünderten es, wie ein Vertreter der Gewerkschaft UGTT der AFP sagte. Die Menschen hätten Möbel, Computer, Geschirr und andere Gegenstände mitgenommen, sagte ein anderer Gewerkschaftsvertreter. Die Armee sei nicht eingeschritten.

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