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Albträume einer Übergangswelt

Ab morgen im Kino: »Mein Glück« von Sergei Loznitsa

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Die Rote Armee gewann den barbarischen Krieg – doch die Folge dieses Sieges war auch eine Festschreibung des militärischen Organisationsprinzips: Wer eine Uniform trug, besaß die Macht.

Diese Reise in den russischen Alltag von heute ist eine Reise ins surreale Nichts. Was mein Glück sein könnte, ist mein Unglück geworden. Bei diesem Film fallen einem lauter Worte ein, die man sich sonst eigentlich verbietet: verstörend, schockierend, bewegend, ratlos machend.

Vor allem aber ist er postsowjetisch. Einen Übergang zeigend, von dem die Beteiligten nicht wissen, wohin eigentlich. Das Psychogramm wildwüchsiger Ratlosigkeit. Was das heißt? Ein Land wird mit seiner autoritären Vergangenheit nicht fertig. Regisseur Sergei Losnitza entwirft so ein Tableau aus lauter toten Seelen.

»Mein Glück« zeigt uns den Fernfahrer Georgy bei seiner letzten Reise. Am Ende sind viele gestorben. Völlig sinnlos, denn das Böse ist und bleibt banal, es entspringt niederen Interessen, die ungezügelt monströs werden. So bewegt sich dieses Road-Movie schließlich abseits aller Straßen der Zivilisation, landet im Gestrüpp der Korruption, im Straßengraben...


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