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Hamsterkauf, Faxproblem und Ablöseirrsinn

Fußball-Transfers: Wolfsburg verpflichtet fünf Spieler / Fernando Torres sorgt für Rekord in England

Mit einem Hamsterkauf im Fünfer-Pack hat der VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga auf die bisher enttäuschende Saison reagiert. Kurz vor Ablauf der Transferfrist verpflichteten die Niedersachsen am Montagabend fünf neue Profis – darunter Nationalspieler Patrick Helmes als prominentesten Zugang. Für den 26-jährigen Stürmer überwies der VfL zunächst fünf Millionen Euro an Bayer Leverkusen, bei sportlichen Erfolgen dürften weitere Millionen fließen.

»Wir haben erfahrene Spieler verpflichtet, die uns hoffentlich kurzfristig helfen werden, aber auch Spieler mit Perspektive. Unser mittelfristiges Ziel bleibt der Aufbau einer neuen Mannschaft«, kommentierte Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß den erwarteten Kraftakt. Von den 35 Millionen Euro, die der VfL im Januar für den Transfer von Torjäger Edin Dzeko zu Manchester City kassiert hatte, gab der Verein geschätzte 15 Millionen für neues Personal aus.

Neben Helmes sollen der Türke Tuncay Sanli (Stoke City), der Tscheche Jan Polak (RSC Anderlecht) sowie die beiden jungen Talente Ja-Choel Koo (Jeju United/Südkorea) und Yohandry Orozco (FC Zulia/Venezuela) die Qualität des Wolfsburger Kaders entscheidend verbessern.

Abgesehen vom VfL und dem FC Schalke, der neben dem Iraner Ali Karimi auch noch überraschend den arbeitslosen griechischen Angreifer Angelos Charisteas verpflichtete, hielten sich die Bundesligisten mit namhaften Transfers zurück. Zur Posse wurde der eigentlich vereinbarte Wechsel von Eric-Maxime Choupo-Moting vom Hamburger SV zum 1. FC Köln. Weil ein Faxgerät in der Kölner Geschäftsstelle streikte, konnte der unterzeichnete Vertrag des Stürmers nicht mehr rechtzeitig vor Ablauf der Transferzeit übermittelt werden. Beide Klubs hoffen nun auf ein Einlenken der Deutschen Fußball-Liga. »Nach Eingang der vom 1. FC Köln näheren Darlegung der Umstände wird sich die DFL mit dem Antrag befassen und zeitnah eine Entscheidung treffen«, teilte ein DFL-Sprecher mit.

Deutlich mehr Trubel löste der Last-Minute-Wahn in der englischen Premier League aus. Höhepunkt war der Wechsel des spanischen Angreifers Fernando Torres, für den Chelsea London die britische Rekordablöse von 59 Millionen Euro an den FC Liverpool überwies. Weitere 25 Millionen blätterte Chelsea für Verteidiger David Luiz von Benfica Lissabon hin. Liverpool holte Stürmer Andy Carroll für 41 Millionen aus Newcastle und zahlte Ajax Amsterdam 26,5 Millionen für Luis Suarez.

Insgesamt gaben die 20 englischen Erstligaklubs im Januar gut 250 Millionen Euro aus – mehr als fünfmal so viel wie die der Bundesliga. Und das obwohl zahlreiche englische Klubs hoch verschuldet sind. »Welche Rezession?«, fragte das Massenblatt »Sun« angesichts des »Transfer-Irrsinns«. Der »Guardian« schrieb von dem »Tag, an dem der Wahnsinn zurück in den Fußball kam«. dpa/SID/ND

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