Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Lokführer vor Arbeitskampf

GDL sieht Tarifverhandlungen mit Deutscher Bahn gescheitert

Berlin (dpa/ND). Bei der Deutschen Bahn zeichnet sich ein neuer Arbeitskampf ab. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) erklärte die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn am Montagabend für gescheitert. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sagte nach der achten Verhandlungsrunde, in den strittigen Fragen habe es »keinerlei Fortschritte gegeben«. Damit rücken Warnstreiks näher. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber zeigte sich vom Abbruch der Gespräche überrascht. Dies entspreche »nicht unserem Eindruck vom Verlauf der Verhandlungen«.

Die Bundestarifkommission der GDL wird am Donnerstag in Frankfurt über Warnstreiks entscheiden, Weselsky hatten diese bereits unmittelbar nach dem Ende der Verhandlungen angekündigt. Den letzten Streik der GDL bei der Bahn hatte es in der langen Tarifauseinandersetzung der Jahre 2007/2008 gegeben.

Der GDL-Chef begründete den Abbruch der Verhandlungen damit, dass die Bahn der Gewerkschaft in wichtigen Punkten nicht entgegengekommen sei. Das gelte für den geforderten Bundesrahmentarifvertrag für alle Lokführer ebenso wie für die Einkommenserhöhung und Standards für Arbeitsbedingungen.

Die Deutsche Bahn hatte der GDL für die von ihr vertretenen rund 20 000 Lokführer ein Einkommensplus von 1,8 und 2,0 Prozent in zwei Schritten angeboten – bei einer Laufzeit von 29 Monaten. Dies hatte der Konzern für die anderen 135 000 Beschäftigten mit der Eisenbahn-und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vor wenigen Tagen bereits vereinbart.

Bahn-Manager Weber sagte, das Unternehmen habe der GDL nicht nur mehr Geld angeboten, sondern auch eine Regelung zur Übernahme von Lokführern bei einem Betreiberwechsel von Strecken zugesagt. Der Bahnkonzern solle offenbar in einen Konflikt hineingezogen werden, »für den wir nichts können«. Weber hatte zuvor für einen »runden Tisch« mit Beteiligung der wichtigsten privaten Bahnunternehmen geworben.

Die GDL dringt auf eine einheitliche Bezahlung aller Lokführer im Fern-, Güter- und Regionalverkehr. Dazu fordert sie einen bundesweiten Rahmentarifvertrag. Die Gewerkschaft verhandelt darüber außer mit der bundeseigenen Bahn auch mit jeweils sechs großen privaten Betreibern von Schienengüter- und regionalem Personenverkehr. Die Verhandlungen mit der Gruppe der sechs großen regionalen Privatbahnen – Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn – wurden bereits am 21. Januar abgebrochen.

Mit der EVG und den sechs großen regionalen Schienenunternehmen hatte sich die Bahn am 17. Januar auf einen Branchentarifvertrag geeinigt.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln