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»... und der Geist wurde Narrheit«

Die Mainzer Fastnacht ist eine ernste Angelegenheit. Die Funktionärs-Hierarchie etwa ist heilig

  • Von Robert Luchs, Mainz
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Wird in Mainz von der »fünften Jahreszeit« gesprochen, dann kündigt sich Elementares an. In die scheinbar unverrückbare Gesetzmäßigkeit des jahreszeitlichen Ablaufs drängt sich ein Volk mit blank geputzten Säbeln und bunten Schellenkappen und eröffnet, wohlversehen mit den Insignien der Narrheit, die »Kampagne«.

Schon vor fast 150 Jahren, zur ersten »ungeheuren Generalversammlung«, vermeldete der Chronist, es sei soweit: »Am Anfang war der Geist, und der Geist wurde Narrheit!« Und als seine Vehemenz, der Vorsitzende, dem Prinzen Carneval das Wort erteilte, verkündete der vielverheißend sein Umschwungprogramm, das für die nächsten Wochen und Monate alles auf den Kopf stellen sollte.

Nichts ist stabiler in Mainz, der rheinland-pfälzischen Hauptstadt, als diese Tradition mit Konfettiregen und Flitterglanz. Und kein Zweifel, die Fastnachtsgarden und närrischen Korporationen am Rhein haben sich auch diesmal wieder äußerst ernsthaft auf die neue Session vorbereitet. Übrigens: Von Karneval will hier niemand etwas hören; den überlässt man den Kölnern wie den Fasching den Münchnern. Bei diesen Fremdwörtern wendet sich der Mainzer Fastnachtsnarr mit Grausen.

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Warum sich das närrische Volk »rüstet«, warum dies in »Hochburgen« wie...


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