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Probesitzen für Dresden

Blockadetraining in Stolberg trotz Auflagen

  • Von Dominik Clemens
  • Lesedauer: 2 Min.
Mit einem Blockadetraining bereiteten sich Nazi-Gegner in Stolberg (Städteregion Aachen) auf die Verhinderung des Neonazi-Aufmarsches in Dresden vor. Trotz polizeilichen Verbots fand das Training statt - als künstlerische Inszenierung.

In vielen Städten bereiteten sich Menschen darauf vor, am 19. Februar nach Dresden zu fahren. Europas größter Neonazi-Aufmarsch soll zum zweiten Mal in Folge durch Sitzblockaden verhindert werden. Dazu braucht es die richtige Technik. Dass wissen auch die Neonazi-Gegner, die am Samstag in Stolberg bei Aachen ein öffentliches Blockadetraining durchführten.

Knapp 80 Menschen folgten dem Aufruf des »Bündnisses gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg« und versammelten sich auf dem zentralen Kaiserplatz. Begleitet wurden sie von einen größeren Polizeiaufgebot. Auch Aachens Polizeipräsident Klaus Oelze machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Seine Behörde hatte im Vorfeld per Verfügung das Blockadetraining untersagt, weil dieses eine »Gefährdung der öffentlichen Sicherheit« darstelle.

»Die rechtlich bedenklichen und absurden Auflagen waren für mich der Grund, erst recht nach Stolberg zu kommen«, sagte Ralf Woelk, Vorsitzender der DGB-Region NRW Süd-West. Ein Mitglied der Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) pflichtete ihm bei. Das polizeiliche Verbot des Blockadetrainings habe die Motivation erhöht, daran teilzunehmen. Das Ansinnen der Polizei, vorab Namenslisten von Blockadetrainern und Ordnern zu erhalten, kritisierte Gewerkschafter Woelk als »völlig unangemessene Strategie der Kriminalisierung«.

Ursprünglich hatten die Neonazi-Gegner eine Versammlung geplant. Doch dann versuchte eine zehnköpfige Gruppe um den Stolberger Ratsherrn und Aachener NPD-Kreisvorsitzenden Willibert Kunkel, auf den Kaiserplatz zu gelangen. Die Neonazi-Gegner reagierten mit einer spontanen Sitzblockade, noch bevor die Kundgebung eröffnet werden konnte.

Als »künstlerische Aktion« wurden schließlich die polizeilichen Auflagen in Szene gesetzt und das Umgehen von Polizeisperren und das Unterhaken während Sitzblockaden eingeübt. Die Beamten verzichteten, gegen dieses »Nicht-Blockadetraining« vorzugehen.

Das »Bündnis gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg« kündigte weitere Aktionen in den nächsten Wochen an. In zwei Wochen wollen die Aktivisten nach Dresden fahren, um das am Samstag Erprobte in die Praxis umzusetzen. Am 9. April wollen sie erstmals den Neonazi-Aufmarsch in Stolberg verhindern. Seit 2008 marschieren Anhänger von NPD und »Freien Kameradschaften« regelmäßig durch die Kupferstadt.

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