Werbung

Digitaler Katalysator

FAKTENcheck: Twitter-Revolution in Ägypten?

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Wurden die Proteste in Ägypten durch Facebook und Twitter forciert? Die Blogger-Szene ist sich da nicht einig. Ja, sagt zum Beispiel der Berliner Netzaktivist Peter Glaser. Nein, meint dagegen der deutsch-ägyptische Blogger, Journalist und Filmemacher Philip Rizk. Die meisten jener, die in Kairo und anderen ägyptischen Städten protestieren, seien ärmere Leute, Menschen, die über keinen Internet-Zugang verfügten. Und selbst jenen, die die modernen Medien nutzen, hätten dies am Tag, als die Proteste in Kairo am stärksten gewesen seien, gar nicht tun können, denn da seien Internet- und Handy-Netze von der Regierung abgeschaltet worden.

Genau mit dieser Reaktion des Mubarak-Regimes begründet Peter Glaser seine These von der Macht der neuen Medien. Diese könnten in der Tat keine Revolution auslösen oder forcieren, aber die Angst des Regimes und die Entscheidungen, die dieses deswegen träfe, sehr wohl. Das Abschalten des Internets, die Blockade der Handy-Kommunikation sei, so Glaser, die Initialzündung für die Proteste gewesen. Er bezeichnet dies als »digitalen Katalysator«. Als Militär denke Mubarak »in Kategorien wie ›Enthauptung der wichtigsten Kommunikationsknoten‹. Das hindert vielleicht eine Armee daran, sich zu organisieren, nicht aber ein Volk. Die Totalblockade des Internet in Ägypten hat das Gegenteil dessen bewirkt, was das Regime beabsichtigt hat. 20 Millionen User hatten zu Hause nichts mehr zu tun, kein Netz – also gingen sie auf die Straße.«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!