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The Medium is the Message

MEDIENgedanken: Borderline-Journalismus, Medieninszenierung und Proteste in Ägypten

  • Von Jürgen Amendt
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der Journalist Tom Kummer steht für ein Medienphänomen, das gemeinhin als Borderline-Journalismus bezeichnet wird. Über Jahre hinweg hatte der Schweizer Autor in den 1990er Jahren Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen Interviews verkauft, die nie geführt worden waren. Die Antworten seiner Interviewpartner waren dabei nicht immer nur erfunden, Kummer bediente sich anderer Texte, setzte Inhalte neu zusammen, stellte sie in andere Zusammenhänge. Kummers solcherart erzeugte Fiktion war aber nie nur Lüge, sie wurde selbst zur Wirklichkeit, weil ja jahrelang niemand an der von ihm erzeugten Realität Zweifel hatte. Im Borderline-Journalismus dienen Medien längst nicht mehr der Widerspiegelung von Realität, sondern erzeugen eine eigene Welt mit eigenen Regeln und eigener Wirklichkeit.

Wahrscheinlich wurde der Fall Kummer nur deshalb zum Skandal, weil die Printmedien davon betroffen waren. Das gedruckte Wort gilt noch als seriös, als Hort des ...


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