Platz für schwarze Schafe

In der Freistadt Christiania in Kopenhagen ist nach 40 Jahren die Idee des kollektiven Lebens noch quicklebendig

  • Von Andreas Knudsen
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Die Meldung mit dem Tenor »Christiania hat einen Sieg errungen« ging vor zehn Tagen blitzschnell durch die dänischen Medien: Die Freistadt kauft eines der Hauptgebäude, die »Fredens Ark« (Friedensarche), für den symbolischen Preis von einer Krone. Bei ihrem baulichen Zustand stellt sich jedoch die Frage, ob es nicht eher ein Pyrrhussieg für die alternative Wohnsiedlung Christiania ist. Ein Makler würde sich bei der Lage in naturschöner Umgebung und 15 Gehminuten vom Zentrum Kopenhagens entfernt alle Finger lecken – und das Gebäude abreißen lassen. Viel ist es nicht wert und die Renovierungskosten könnten Christiania ruinieren. Und doch sehen ihre Bewohner den Kauf als einen Sieg an. Warum?

Als 1971 eine Gruppe Jugendlicher durch ein Loch kroch und den Zaun überwandt, der das verlassene Kasernengelände von Kopenhagen abgrenzt, suchten sie vorrübergehend eine Zufluchtstätte bis sie einen menschenwürdigen und erschwinglichen Ort zum...


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