Werbung

Triumph im Eismeer

Kommentar von Ingolf Bossenz

Eine Schlacht ist gewonnen: Nach »nur« 172 getöteten Walen musste Japans Waljagdflotte das diesjährige Gemetzel in der Antarktis vorzeitig beenden. Nicht Proteste von Tier- und Naturschützern hatten den Stopp des Tötens erzwungen. Auch nicht Demarchen von Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission, die vor 25 Jahren ein Moratorium für die kommerzielle Waljagd verfügte. Es waren die durchaus als Gewaltaktionen zu bezeichnenden Störmanöver von Aktivisten der US-Organisation Sea Shepherd, die dem Massaker an den Meeressäugern Einhalt geboten. Ausgerüstet mit Schnellbooten und sogar einem Helikopter, konnten sie der Armada der Tierschlächter monatelang trotzen.

Damit macht dieser Sieg zugleich deutlich, wie wenig bislang im Kampf für die Rechte von Tieren auf friedlichem Wege erreicht wurde, durch Demonstrationen und Mahnwachen, durch Unterschriftensammlungen und Appelle an Moral und Vernunft. Die Waljäger in Japan scheren sich ebenso wenig darum wie die Profiteure der Tierfabriken in Deutschland und Europa. Und bei Anzeichen einer Radikalisierung greift der Staat ein, wie zurzeit in Österreich, wo 13 Tierschutzaktivisten mithilfe eines dubiosen Terrorismusparagrafen seit Monaten der Prozess gemacht wird.

Eine Schlacht ist gewonnen, der Krieg geht weiter – gegen die Tiere.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung