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Füchse halten Verfolger Flensburg auf Distanz

Berlins Handballer verpassen beim 24:24 gegen den Konkurrenten in letzter Sekunde noch den Sieg

  • Von Alexander Ludewig
  • Lesedauer: 3 Min.

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Vollkommen unerwartet und urplötzlich stand er im Mittelpunkt: 9000 begeisterte Zuschauer in der vollen Berliner Max-Schmeling-Halle hielt es längst nicht mehr auf den Sitzen – und all ihre Hoffnungen galten in diesem Moment Konrad Wilczynski. Keine Sekunde hatte der Linksaußen der Füchse Berlin zuvor gegen die SG Flensburg-Handewitt auf dem Parkett gestanden. Und nun sollte er die Partie entscheiden: Die Spielzeit war beim Stand von 24:24 schon abgelaufen und Wilczynski stand zum letzten Duell an der Siebenmeter-Linie. Die Halle tobte, der Schiedsrichter pfiff – und der Sieger hieß Dan Beutler. Die Parade des besten Flensburgers ließ die Stimmung gefrieren: fassungsloses Schweigen auf den Rängen.

»Leider hat Beutler die Hand oben gelassen«, erklärte der Österreicher seinen Fehlwurf und den vergebenen Sieg. Eine besondere Situation sei es für ihn nicht gewesen, schon tausendmal habe er so etwas erlebt. Doch »heute hat es zum ersten Mal nicht geklappt«, so der Strafwurf-Spezialist. Dass die Enttäuschung dann schnell wieder verflogen war, lag am Gegner und am Spielverlauf. »Flensburg spielt in Europa ganz vorn mit«, verwies Füchse-Manager Bob Hanning auf deren Erfolg in der Champions League vor acht Tagen gegen Spaniens Spitzenteam Ciudad Real.

Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten zeigte die SG ihre Klasse auch auf dem Berliner Parkett. Lagen die Flensburger nach 15 Minuten noch mit 4:6 zurück, führten sie zehn Minuten später schon mit 13:8. Vor allem Lasse Boesen, mit sieben Toren bester Werfer, traf mit dänischer Urgewalt aus dem Rückraum nach Belieben. Eine kompakte Abwehr und ein überragender Torwart Dan Beutler stellten die Füchse auch in der Offensive vor große Probleme. »Wenn man so lange führt, ist es bitter, nicht zu gewinnen«, trauerte Jakob Heinl dem verpassten Auswärtssieg hinterher. Gleichzeitig freute er sich ob des am Ende gehaltenen Siebenmeters und der dünnen Personaldecke über den einen Punkt. Nur acht gesunde Feldspieler konnten die Flensburger mit nach Berlin nehmen.

Ebenso zwiegespalten ordneten die Füchse das Remis ein. Nach der Aufholjagd in der zweiten Hälfte war Sven-Sören Christophersen »zufrieden mit dem Punkt«, empfand die vergebene Chance aber auch als »super bitter«. Immerhin sind die Berliner auch nach diesem Spiel seit über einem Jahr in eigener Halle unbesiegt und haben die Flensburger »auf Distanz gehalten«, wie es Hanning formuliert.

Auch wenn der Manager Wilczynski nicht hätte werfen lassen, sah er die größte Schwachstelle erneut im eigenen Rückraum. Dafür plant er den nächsten großen Coup: Die Verhandlungen mit Iker Romero laufen bereits. Für die Verpflichtung des spanischen Weltklassespielers ist aber das Erreichen eines europäischen Wettbewerbs notwendig. In der Liga hält man als Dritter weiterhin Kurs auf die Champions League. »Der erste Matchball für das internationale Geschäft« bietet sich laut Hanning bereits am Mittwoch. Dann kommt zum Viertelfinale des DHB-Pokals mit dem THW Kiel das nächste Spitzenteam nach Berlin.

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