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Wissenschaft läuft Sturm gegen Guttenberg

Doktorvater geht auf Distanz

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Berlin (dpa) - In der Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird die Kritik auch in der Professorenschaft immer lauter. Der Bayreuther Jura-Professor Oliver Lepsius hält sogar einen Rücktritt des Verteidigungsminister für unerlässlich. "Er kann eine zweite Chance haben. Die muss er sich aber erarbeiten, die fällt ihm nicht in den Schoß", sagte der Professor am Montagabend im ZDF-"heute journal": "Eine zweite Chance kriegt Herr zu Guttenberg nur durch seinen Rücktritt."

Die Wissenschaft könne sich mit diesem Verhalten nicht abfinden, sagte Lepsius. "Wenn keine Konsequenzen gezogen werden, eben auch von der Kanzlerin, von der Bundesregierung, dann ist das Verhältnis von Wissenschaft und Politik nachhaltig gestört. Es entsteht durch diese Affäre ein Flurschaden, der noch ungeahnte Ausmaße haben kann." Am Montag hatte sich auch Guttenbergs Doktorvater an der Universität Bayreuth, Professor Peter Häberle, wegen schwerer Mängel von der Arbeit seines Doktoranden distanziert. Die Aberkennung des Doktortitels sei die notwendige Folge gewesen. Dass er die Vorwürfe erst zurückgewiesen hatte, sei vorschnell gewesen, hieß es in einer auf der Homepage der Universität veröffentlichten Erklärung des emeritierten Professors. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Guttenberg hingegen weiter Unterstützung zu.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, die im Namen der über 400 deutschen Universitätsrektoren spricht, sagte der "taz - die tageszeitung" (Dienstag): "Wissenschaftliches Fehlverhalten ist kein Kavaliersdelikt und darf nicht als solches behandelt werden."

Die Plagiatsaffäre sorgt für Unruhe an vielen Hochschulen in Deutschland. Der Rektor der Tübinger
Der Deutsche Kulturrat kritisiert die Haltung der Bundesregierung. "Hier wird mit zweierlei Maß gemessen", sagte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann im Südwestrundfunk. "Die Bundesregierung hat für Raubkopierer Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren durchgesetzt - andererseits duldet sie, wenn der Verteidigungsminister bei seiner Doktorarbeit abschreibt." Merkel müsse nun öffentlich sagen, dass niemand geistiges Eigentum stehlen dürfe - auch nicht ihr Verteidigungsminister.

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