Gesine Kulcke 02.03.2011 / Bewegung

Demokratisierung der Demokratie

Die Stuttgarter Protestszene verlässt das Bahnhofsthema und wird grundsätzlicher

Eine Konferenz in Stuttgart zeigte, wie unzufrieden viele Bürger mit Parteien und Parlamenten sind. Sie beklagen einen »Demokratienotstand« und hoffen auf mehr direkte Mitbestimmung.

Tiefer Pessimismus: »Kennen Sie ›Farm der Tiere‹«, fragt ein Stuttgarter Kongressteilnehmer im Rentenalter. »So läuft das.« Der Mann glaubt nicht, dass sich nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg etwas ändern wird. Dann herrschen eben andere Schw ...

Er hat zu kollektivem Schwarzfahren aufgerufen und zur Besetzung von Banken: Der Berliner Politologe Peter Grottian schreckt vor Zivilem Ungehorsam nicht zurück. Die 600 Menschen, die am vergangenen Sonntag ins Stuttgarter Gewerkschaftshaus gekommen sind, offenbar auch nicht. »Dieser erste Demokratiekongress in Stuttgart ist ein Anfang für eine wirkliche Demokratiebewegung von unten«, erklärt Grottian und wird lautstark beklatscht. Sie kennen sich von den Montagsdemos gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21. Manche sind gemeinsam bei attac aktiv, andere waren vor 20 Jahren in der SPD. Es sind Menschen, die auf Ostermärsche gehen und Anfang der achtziger Jahre verhindern wollten, dass in Mutlangen Pershing-Raketen stationiert werden. Einer meint, er habe schon mit Fischer Steine geworfen. Alle sagen, Stuttgart 21 habe sie aufgeweckt. Viele sind kaum jünger, einige sogar älter als der inzwischen 68-jährige Peter Grottian.

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