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Stille Auflehnung gegen Chaos und Leid

In der Krisenregion mangelt es noch immer an allem

  • Von Daniel Kestenholz
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Während sich im Ausland alle Blicke auf die Katastrophenreaktoren des Kraftwerks Fukushima richten, steht in Japan auch eine knappe Woche nach Beben und Tsunami das unmittelbare Leiden der Opfer in der Krisenregion im Brennpunkt der öffentlichen Anteilnahme.

Yoshie Murakami kniet im Schmutz zwischen Trümmern. Sie zittert und wischt das Gesicht ihrer Mutter frei. Ein letztes Mal hält sie deren Hand. Murakamis Mutter lebte und starb in Rikuzen-Takata, einer kleinen Stadt an Japans Nordostküste, die beim großen Tohoku-Erdbeben – benannt nach der nordöstlichen Spitze von Japans Hauptinsel – komplett ausgelöscht wurde.

Der Tsunami nahm den ganzen Ort mit. Rikuzen-Takata gibt es nicht mehr. Murakamis Mutter gehört zu den offiziell 5300 Toten, die seit dem Tsunami vor einer Woche angespült oder unter Trümmern ausgegraben wurden. Die Regierung fasst die Toten und Vermissten in einer Zahl zusammen: Sie lag am Donnerstag bei 13 000. Doch allein in Rikuzen-Takata, wo einst über 23 000 Menschen lebten, fehlt von fast der Hälfte der Bevölkerung jede Spur. Auch von Murakamis 23-jähriger Tochter.

Diese Tragödie wiederholt sich in jedem einzelnen Dorf und jeder Stadt entlang der Küste. Auch in O...


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