Migranten gehören zum »Wir«

Das griechische Netzwerk für politische und soziale Rechte organisiert Solidarität mit politisch Verfolgten

  • Von Anke Stefan, Athen
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Gefangen und ohne Rechte? Unterstützung für sozial Benachteiligte, von Abschiebung bedrohte Flüchtlinge oder politische Gefangene organisieren verschiedene Initiativen weltweit und tagtäglich – nicht nur anlässlich des Tags der politischen Gefangenen am 18. März. In Griechenland gehört dazu seit 1987 das Netzwerk für politische und soziale Rechte (Diktyo), das sich im sozialen Zentrum »Steki« (s. Foto) im Athener Stadtteil Exarcheia trifft. Auf den experimeND-Seiten werden Projekte, Initiativen und Menschen aus dem In- und Ausland vorgestellt, die versuchen, das Leben der Menschen eine Spur besser zu machen.

Etwa 30 Männer und Frauen aller Altersklassen haben sich im Obergeschoss des »Steki«, zu deutsch »Treffpunkt«, versammelt. Das Steki im Alternativenviertel Exarcheia in Athens Innenstadt wird von vielen Gruppen genutzt; Herz des sozialen Zentrums aber bildet unzweifelhaft das jeden Mittwoch Abend hier versammelte »Netzwerk für politische und soziale Rechte«.

Eigentlich stand eine Diskussion zum Thema Repression auf der Tagesordnung, doch wie so oft wird die Theorie von der Praxis verdrängt. Das Netzwerk für politische und soziale Rechte, kurz »Diktyo« (Netzwerk) genannt, gehört zu den Solidaritätsgruppen, die einen über sechs Wochen dauernden Hungerstreik von etwa 300 Arbeitsmigranten ohne legalen Aufenthaltsstatus unterstützt haben. Der bisher längste und von der Teilnehmerzahl größte Hungerstreik in der Geschichte des Landes konnte mit einem achtbaren Erfolg beendet werden. Allen Beteiligten wurde eine sechsmonatige Duldung mit d...

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