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Das Ärgernis Romero

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Mit geschlossenen Augen, so meldeten Nachrichtenagenturen, verweilte US-Präsident Obama in San Salvador am Grab des heute vor 31 Jahren ermordeten Erzbischofs Oscar Romero. Vor und nach dem 24. März 1980, als der katholische Prälat von den tödlichen Schüssen des gedungenen Mörders getroffen wurde, hatte die US-Regierung ihre Augen gleichfalls geschlossen – angesichts der Zustände und Vorgänge in ihrem »Hinterhof«-Areal El Salvador. Und nicht nur das. Die salvadorianische Militärjunta, die jeden Widerstand gegen die Ausplünderung des Landes durch die herrschende Oligarchie blutig unterdrückte, wurde von Washington mit Militärberatern und Waffen großzügig unterstützt. Mithilfe dieser Zuwendungen schuf die Junta auch ihre Todesschwadronen, die all jene exekutierten, die dem Regime ein Ärgernis waren.

Romero war ein solches Ärgernis. Die Kirche, so seine Überzeugung, müsse »die Stimme derer sein, die keine Stimme haben«. Statt auf den Banketts der Reichen sah man ihn in den Behausungen der Armen. Statt der Junta zu huldigen, forderte er den damaligen US-Präsidenten Carter zur Streichung der Militärhilfe auf. Deshalb musste er sterben – vor dem Altar, mitten in einer Totenmesse. Eine Entschuldigung wegen der damaligen Mitschuld der USA kam von Obama ebenso wenig wie zuvor bei seinem Chile-Besuch mit Blick auf den Putsch gegen Präsident Allende.

Derweil hofft der salvadorianische Klerus, Obamas Grabvisite werde Romeros Seligsprechung beschleunigen. Diese läuft seit 1994. Vor drei Jahren ließ der Vatikan verlauten, es gebe Probleme, da Romero möglicherweise allein aus politischen und sozialen Gründen ermordet worden sei. Entscheidend aber sei das Motiv »Hass gegen den Glauben«. Der Mann, der Jesus nicht nur in Worten pries, sondern durch entschiedene Option für die Armen, passt offenbar nicht in den Reigen der Seligen.

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