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Ente gut, alles gut

Duck-Kongress

  • Von Sebastian Knoppik, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Die einzig wahre Wissenschaft ist die Erforschung der Disney-Ducks aus Entenhausen – wenn es nach den Mitgliedern der »Deutschen Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus (D.O.N.A.L.D.)« geht. Mehr als 100 Jünger der Entenhausen-Forschung haben sich am Samstag in Hildesheim getroffen, um unter dem Motto »Welt Kultur Ente« die neuesten Ergebnisse der Entenforschung zusammenzutragen.    Dass die Tagung in Hildesheim stattfand, kommt nicht von ungefähr. Schließlich läuft im hiesigen Roemer- und Pelizaeus-Museum gerade die »Duckomenta«- Sonderausstellung, bei der mit Entenschnäbeln verfremdete Nachbildungen bekannter Werken der Kunstgeschichte ausgestellt sind.

Keine Frage scheint den Entenhausen-Experten zu abwegig. So referierte Donald-Forscher Wilfried Trost »neue Antworten auf eine alte Frage«: die exakte Größe von Donald Duck. Susanne Luber beschäftigte sich mit donaldistischer Geschlechterforschung: »Zuckerpüppchen oder Zimtzicke – Daisy Duck im Genderlook« lautet der Titel ihres Referats. Das Duck-Universum liefert hier die Vorlage für Phänomene in der realen Welt. So macht Luder eine »postfeministische Gesellschaft« in Entenhausen aus. »Auch da ist uns Entenhausen Vorbild und Mahnung.«

Die Donaldisten rühmen sich, in der Vergangenheit immer wieder die Feuilletons auch seriöser Tageszeitungen mit Entenhausen-Vokabular unterwandert zu haben. Eine dieser subversiven Kräfte ist Patrick Bahners. Der »FAZ«-Feuil- letonchef hat zuletzt mit seinem Buch »Die Panikmacher« eine Anti-These zu Islamkritikern wie Thilo Sarrazin geliefert. Beim Donaldisten-Kongress beschäftigte Bahners sich mit den »Grenzen der Toleranz« in Entenhausen. Da müssen dann der »Maharadscha von Zasterabatt« und der Herrscher von »Majoran« für die Illustration seiner Thesen herhalten. »Islamkritiker haben mich schon als donaldistischen Taliban bezeichnet«, räumt Bahners mit einem Augenzwinkern ein. dpa

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