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Frauenförderung online

Bundesregierung und DAX-Unternehmen diskutieren Quoten

  • Von Regina Stötzel
  • Lesedauer: 3 Min.

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Bundesregierung und Personalvorstände der DAX-30-Unternehmen sprechen heute darüber, wie der Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöht werden kann. Frauenverbände fordern übers Internet eine gesetzliche Quote und erklären deren Vorteile für die Wirtschaft.

»Hier stehen tief gewachsene, männlich geprägte Strukturen und Vorurteilsbilder einer vernünftigen Einsicht entgegen«, sagt Jutta von Falkenhausen, Vizepräsidentin des Vereins Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR). Das sei wie mit dem Rauchen. Allein die Einsicht, dass es ungesund sei, führe häufig noch nicht zu einem veränderten Verhalten.

Ihre Initiative hat zusammen mit fünf Frauenverbänden über das Internet eine Petition für eine verbindliche Frauenquote in Aufsichtsräten beim Deutschen Bundestag eingereicht. Anlass ist das heute stattfindende Gespräch der Ministerinnen Kristina Schröder (CDU), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Ursula von der Leyen (CDU) und Minister Rainer Brüderle (FDP) mit den Personalvorständen der DAX-30-Unternehmen zu dem Thema. Neben einer Verbesserung der Chancengleichheit für Frauen und Männer führen die Verfasserinnen der E-Petition das ganz und gar nicht feministische Argument der »ökonomischen Vernunft« an: »Gemischte Teams steigern nicht nur nachweislich die wirtschaftliche Performance der Unternehmen, sie tragen auch zu einer besseren Unternehmensführung bei.«

Die Frauen wissen vermutlich, wovon sie reden, handelt es sich doch mehrheitlich um Unternehmerinnen und Managerinnen. Viele von ihnen dürften auch mit der »gläsernen Decke« Bekanntschaft gemacht haben. Von Falkenhausen beschreibt das Phänomen so: »Irgendetwas passiert, wenn junge Frauen nach dem Studium in die Unternehmen einsteigen. Nach einigen Jahren fragen sie sich, wo die Männer sind, die mit ihnen angefangen haben.« Weil diese »anders gefördert« würden, säßen sie dann häufig bereits auf höheren Posten.

Was die geforderte gesetzliche Quote konkret angeht, haben die Verbände jedoch »etwas unterschiedliche Ziele«. »FidAR steht für eine Frauenquote von 25 plus. Das kann man auch als 30 Prozent interpretieren«, sagt von Falkenhausen. Dagegen fordere etwa der Deutsche Juristinnenbund 40 Prozent. Mit dabei sind weiterhin der Verband deutscher Unternehmerinnen, der Deutsche LandFrauenverband sowie die Frauennetzwerke European Womens Management Development und Business and Professional Women. Statt eine Mindestforderung zu formulieren, hat man lieber gar keine Zahl ins Spiel gebracht. Von Falkenhausen erklärt: »Wir sind derzeit so weit von solchen Zahlen entfernt, dass zunächst die Forderung generell im Vordergrund steht.«

Einig sind sich alle, dass der »Stufenplan« von Ministerin Schröder, nach dem es bis 2013 bei einer Selbstverpflichtung der Unternehmen bleiben würde, nicht ausreicht. Jetzt müsse der Bundestag seinen Auftrag zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern ernst nehmen. Die Initiatorinnen sprechen von einem »breiten parteiübergreifenden Konsens für verbindliche Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen der Wirtschaft«. Tatsächlich fordert die Frauen-Union bereits eine Quote von 30 Prozent für die Aufsichtsräte, und sogar die »letzte Bastion« gegen eine gesetzliche Regelung, die FDP, ist nicht mehr so gefestigt wie einst.

Die Online-Petition könnte das Thema weiter in der Diskussion halten, sollte das heutige Gespräch ohne Ergebnis bleiben. E-Petitionen werden nach erfolgreicher Prüfung auf der Website https://epetitionen.bundestag.de veröffentlicht. Unterstützen mindestens 50 000 Personen innerhalb von drei Wochen das Anliegen mit ihrer elektronischen Unterschrift, muss öffentlich darüber beraten werden.

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