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Bildung mit Risiko Herkunft

Zu viel Jugendliche ohne Abschluss / Bericht für Berlin und Brandenburg vorgelegt

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Bildungsstaatssekretärin Claudia Zinke (SPD) stellte gestern mit ihrem Brandenburger Amtskollegen Burkhard Jungkamp (SPD) den Bildungsbericht für Berlin und Brandenburg vor. Er wurde in Kooperation mit dem Amt für Statistik und dem Institut für Schulqualität erstellt und ist der zweite dieser Art. Viel Neues gibt es auf den 412 Seiten indes nicht. Die Daten gehen auf das Schuljahr 2009 / 2010 zurück und sind zum Teil aus anderen Erhebungen bekannt.

Neben der frühkindlichen Bildung legt der Bericht einen Schwerpunkt auf Heranwachsende mit Migrationshintergrund. Einen ausländischen Elternteil zu haben, beeinträchtigt demnach die Bildungschancen. »Die sozialen Ausgangslagen werden in diesem Bericht detailliert betrachtet«, sagte Claudia Zinke. Rund 21 Prozent der Kinder in Berlin haben Eltern, die keine Berufsausbildung besitzen – sie tragen ein Bildungsrisiko. In Brandenburg trifft dies nur auf 5,5 Prozent zu – eine Differenz, die laut den Autoren des Berichts auf den deutlich niedrigeren Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund zurückgeht. »Über diese Risiken dezimiert sich die Chance im Bildungsbereich erfolgreich zu sein«, erläuterte die Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg Ulrike Rockmann.

Fast unverändert hoch ist die Quote der Jugendlichen ohne Abschluss. »Wir sehen aber eine Verbesserung«, erklärte Staatssekretär Jungkamp. Während 2009 noch fast 12 Prozent die Schule ohne Abschluss verließen, seien es 2010 zwei Prozent weniger gewesen. Vom Bundesschnitt ist die Region trotzdem weit entfernt.

In der frühkindlichen Bildung habe man Erfolge erzielt. »Ich denke, Berlin hat den deutschlandweit besten Betreuungsschlüssel«, sagte Zinke. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen liege mit 51 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt von 23 Prozent. Dies mache sich bei der Sprachkompetenz bemerkbar. Ein Wermutstropfen ist, dass Kinder mit Migrationshintergrund deutlich seltener in Kitas sind, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspräche.

Jungkamp erläuterte die unterschiedlichen Ausgangspunkte der Länder. »Hier die Metropole mit viel Einwanderung – dort das Flächenland mit demografischen Problemen.« Der gemeinsame Bericht ziele aber nicht auf einen Vergleich. Er verweise auf die Bildungsregion Berlin-Brandenburg.

Trotzdem zeigen sich deutliche Unterschiede. Während Berlin ein breites Spektrum zeigt und etwa in einem bundesweiten Vergleich der Lesekompetenz die größten Schwankungen zeigt, sind diese in Brandenburg gering. Auch innerhalb Berlins variieren die Ergebnisse erheblich.

Diese Heterogenität sei eine besondere Herausforderung, sagte Claudia Zinke. »Wir müssen Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund besser fördern und die Leistungsunterschiede zwischen den Gruppen verringern.« Die Schulstrukturreform, nach der seit 2010 / 20111 neben den Gymnasien integrierte Sekundarstufen bestehen, ginge in diese Richtung. Nach neuesten Erkenntnissen entscheiden sich 56 Prozent der Eltern für das integrierte Modell. »Eine gute Quote«, findet Jungkamp. Dass allein der Erfolg der integrierten Sekundarstufe die Spaltung in Bildungsgewinner und Bildungsverlierer zu überwinden vermag, ist unwahrscheinlich.


Aus dem Bildungsbericht

  • In Berlin haben 20,6 Prozent aller Kinder Eltern ohne Berufsausbildung und tragen darum ein Bildungsrisiko (in Brandenburg 5,5 Prozent).
  • Die Quote von Schülern, die die Schule ohne Abschluss verlassen, betrug in Brandenburg 2009 noch 11 Prozent und im vergangenen Jahr 10,1 Prozent (bundesweit 7 Prozent).
  • In Berlin beträgt die Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren in Kitas 51 Prozent (bundesweit 23 Prozent) – der Anteil der Kinder nicht deutschsprachiger Eltern liegt deutlich unter deren Bevölkerungsanteil.

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