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Stickstoff kontra Explosionsgefahr

Weitere Maßnahmen in Fukushima eingeleitet / Indien verhängte kompletten Importstopp

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Mit der Einspeisung von Stickstoff in einen Reaktorbehälter der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima will der Betreiber Tepco eine drohende Explosion dort verhindern. Zuvor war es am Mittwoch gelungen, nach dem tagelangen Auslaufen von stark radioaktiv verseuchtem Wasser das Leck an einer Leitung von Reaktor 2 zu schließen. Auf dem AKW-Gelände wurde an vier Stellen im Erdboden Plutonium entdeckt.

Tokio (AFP/dpa/ND). Die Einspeisung von Stickstoff an Reaktor 1 könne umgehend beginnen und mehrere Tage dauern, teilte Tepco mit. Dort habe sich wahrscheinlich sehr viel Wasserstoff angesammelt, sodass die Gefahr einer Explosion wie am 12. und 14. März bestehe. Tepco teilte weiter mit, dank des Einsatzes von Flüssigglas sei der 20 Zentimeter lange Riss an der Leitung des Reaktors 2 verschlossen worden, und es laufe kein stark radioaktiv verseuchtes Wasser mehr aus.

Durch den Riss waren seit dem Wochenende große Mengen des verseuchten Wassers ins Meer geströmt. Das Wasser stammte von den Kühlarbeiten am Reaktordruckbehälter, das sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Turbinengebäudes gesammelt hatte.

Die Betreiberfirma leitete jedoch weiter schwach radioaktives Wasser in den Pazifik, um in der Atomanlage Platz für stärker belastetes Wasser zu schaffen. Die Einleitung in den Pazifik bereitet Experten Sorgen, weil das Wasser nicht nur schnell abbaubares Jod 131, sondern auch langlebiges radioaktives Caesium 137 enthält. Dadurch könnten Meerestiere dauerhaft radioaktiv belastet werden.

Als erstes Land verhängte Indien ein Importverbot für Lebensmittel aus ganz Japan. Bislang hatten mehrere Länder wie China, die USA und Singapur Einfuhrverbote für Lebensmittel aus bestimmten japanischen Gebieten erlassen, nicht aber für Produkte aus dem ganzen Land. Die Europäische Union will ihre Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Lebensmitteln absenken und damit den strengeren japanischen Normen anpassen.

Tepco teilte mit, ein Teil des auf dem AKW-Gelände erneut in sehr geringer Konzentration entdeckten Plutoniums könne aus den Reaktoren stammen. Die entsprechenden Bodenproben stammten demnach vom 25. und 28. März. Zuletzt seien bei Bodenproben vom 21. und 22. März ähnlich geringe Werte von Plutonium 238, 239 und 240 festgestellt worden, die keine Gefahr für die Gesundheit bedeuteten. Tepco wollte nach Angaben japanischer Medien am Mittwoch mit der Entschädigung von 80 000 Menschen beginnen, die ihr innerhalb der Evakuierungszone von 20 Kilometern um das AKW gelegenes Zuhause verlassen mussten. Pro Haushalt ist zunächst eine Zahlung von einer Million Yen (8260 Euro) vorgesehen. Wegen Zweifeln an der Fähigkeit des Konzerns, die Kosten des Atomunfalls zu bewältigen, brach Tepcos Aktienkurs an der Tokioter Börse am Mittwoch erneut um 6,9 Prozent ein und fiel auf ein historisches Tief.

Trost vom Kronprinzen, Dank an US-Soldaten

Der japanische Kronprinz Naruhito und seine Frau Masako haben den Opfern der Katastrophe im Nordosten des Landes Trost gespendet. Das Paar besuchte am Mittwoch Überlebende, die in einer Sporthalle in Tokio untergebracht sind. Der Thronfolger und seine Frau knieten sich vor den Schlaflagern der Menschen auf den Boden und widmeten sich ihnen in ruhigen Zwiegesprächen. Das Volk bekommt das Paar nur selten zu sehen. Kronprinzessin Masako erholt sich von jahrelangen Depressionen und tritt nur gelegentlich in der Öffentlichkeit auf. Vor dem Kronprinzenpaar hatte sich Naruhitos Vater, Kaiser Akihito, mit seiner Frau Michiko mit Opfern getroffen.

Bewohner einer japanischen Insel haben sich bei US-Soldaten für deren Katastrophenhilfe bedankt. Der Leiter des örtlichen Notfallteams habe den Streitkräften am Mittwoch ein Gemälde eines örtlichen Künstlers sowie Visitenkarten-Etuis aus Haihaut überreicht, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Das US-Marine-Schiff »Essex« war vor einer Woche auf der zur Katastrophenprovinz Miyagi gehörenden Insel gelandet. Mit Räumfahrzeugen und anderem schweren Gerät hatten die Soldaten den Bewohnern geholfen, Trümmerteile und Autos zu beseitigen, die bei dem Tsunami vom 11. März fortgerissen worden waren.

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