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Von der Personal- in die Strukturkrise

Nach den Korruptionsfällen im EU-Parlament demontiert sich Österreichs Volkspartei selbst

  • Von Hannes Hofbauer, Wien
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Seit das bürgerliche Großformat »Die Presse« vor ein paar Tagen von Versuchen einer möglichen Parteigründung jenseits der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) berichtet hat, beschleunigt sich die Talfahrt der Partei. Obmann und Vizekanzler Josef Pröll ist seit Mitte März krankheitsbedingt handlungsunfähig. Zur Zeit weiß man offiziell nicht einmal, wo er sich aufhält. Und die Affäre um korrupte EU-Abgeordnete tut ihr Übriges.

Nicht mehr gesehen: Josef Pröll (l.) und Ernst Strasser Fotos: dpa

Begonnen hat es Mitte März mit der Diagnose Lungenembolie für den 43-jährigen Josef Pröll. Wenige Tage später traten zwei ÖVP-Abgeordnete des EU-Parlaments zurück: Der frühere Innenminister Ernst Strasser wurde von verdeckt agierenden britischen Journalisten dabei gefilmt, wie er seine Dienste als Lobbyist für einen unbekannten Auftraggeber anbieten wollte; seine Partei- und Abgeordnetenkollegin Helga Ranner wird des Betruges verdächtigt. Wie immer gilt die journalistische Pflicht: Unschuldsvermutung. Doch damit nicht genug: Der Nachfolger Strassers als EU-Mandatar, ein gewisser Hubert Pirker, verdiente bisher sein Geld als Lobbyist und gab als Brüsseler Büroadresse ausgerechnet die Wohnadresse des neuen ÖVP-Delegationsleiters Othmar Karas an. Personell klappt die Selbstdemontage der Bürgerlichen perfekt.

In dieser schweren Parteikrise hütet Obmann (Parteichef) und Vizekanzler Josef Pröll das Spitalsbett. Ein Parteisprecher ließ ausrich...


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