Die Hitliste der Berufswahl

Bei der Berufswahl bleiben Mädchen und Jungen oft den althergebrachten Rollenbildern verhaftet, bestätigt eine Untersuchung der Sachverständigenkommission um Ute Klammer von der Uni Duisburg-Essen. Fazit: Die größtenteils historisch gewachsene Zweiteilung der Berufsausbildung in ein duales und ein vollzeitschulisches System schreibt Geschlechterunterschiede fort. Das duale System der betrieblichen Ausbildung liegt in der traditionellen männlichen Facharbeiterausbildung begründet. Diese bereitete junge Männer auf die Ernährerrolle vor. Die rein schulische Berufsausbildung dagegen war historisch auf die haushaltsnahen und sozialen Berufe beschränkt. Sie sollte Frauen auf die Familienrolle vorbereiten.

Entscheidender Unterschied zwischen den Systemen: Die duale Ausbildung ist bundesweit verbindlich geregelt. Azubis sind in einen Betrieb eingebunden, ihre Lehrzeit wird vergütet und auf die Rente angerechnet. Das Schulberufssystem ist hingegen kaum standardisiert. Die Ausbildung muss selbst finanziert werden und ist oft nicht sozialversicherungspflichtig.

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