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Keine Lust auf ein viertes Spiel

Eisbären Berlin wollen heute aus Wolfsburg den Meisterpokal mitnehmen

  • Von Manuel Schwarz, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.

Nach einem Jahr Durststrecke haben die Eisbären Berlin wieder eine Pranke am deutschen Eishockey-Meisterpokal – und greifen mit der zweiten nach. Mit einem Sieg bei den Grizzly Adams Wolfsburg soll schon heute der Titel perfekt gemacht werden. »Wir haben jetzt drei Matchbälle«, sagte Florian Busch, Doppeltorschütze beim 5:4 im zweiten Duell am Sonntag. Dass den Berlinern damit eine Meisterfeier auf eigenem Eis entginge, nimmt er in Kauf. »Larifari machen wir jetzt nicht. Ich hab keinen Bock auf ein viertes Spiel.«

Abgezockter, weil erfahrener: Das ist das Erfolgsrezept des Teams von Don Jackson, bei dem sieben Spieler schon im ersten Titeljahr 2005 mitwirkten. »Wir wissen genau, was wir machen müssen an gewissen Stellen des Spiels«, erklärte Busch. Eisbären-Urgestein Sven Felski, der mit einem sehenswerten Volleytreffer im Schlussdrittel das zu kippen drohende zweite Spiel wieder für die Gastgeber drehte, sagte: »Du triffst instinktiv die richtige Entscheidung bei engen Sachen.«

Anders die Wolfsburger, die reihenweise gute Chancen vergaben und sich durch Strafzeiten selbst schwächten. Beim Hauptrundenprimus sind Gelassenheit und Souveränität längst verschwunden, auch wenn Trainer Pavel Gross wie schon nach Spiel eins sein Mantra herunterbetete: »Es steht nur 2:0, mehr nicht. Wir werden fighten bis zum Umfallen.« Für den ersten Meistertitel der Klub-Historie müssten die Grizzlys nun aber schon für ein Novum in der Deutschen Eishockey-Liga sorgen: Noch nie hat ein Team nach den ersten beiden verlorenen Matches den Pokal gewonnen. Der Frust über das 4:5, bei dem Wolfsburg wie schon im ersten Vergleich (2:4) ebenbürtig war, ist groß. »Es sind die Kleinigkeiten, die wieder entschieden haben«, haderte Gross.

Karl-Heinz Fliegauf ist die Pleitenserie – nicht weniger als zehn Spiele in Folge gingen zuletzt an die Eisbären – unheimlich. »Das ist Wahnsinn. Und es muss bald aufhören«, sagte der Grizzly-Manager. Trainer Gross hofft: »Irgendwann reißt jede Serie.« Den Plan für die Wende blieb der Coach vor dem dritten Finalspiel jedoch schuldig.

Berlins Trainer Jackson kann sich auf die Breite seines Kaders verlassen. War im ersten Finale noch der erste Sturm um Kapitän Stefan Ustorf, TJ Mulock und André Rankel ausschlaggebend, steuerten in Berlin gleich drei Reihen Tore bei. Darüber hinaus legten die Eisbären rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt ihre Schwäche im Powerplay ab. »Wir hatten hervorragende Special Teams«, lobte der Trainer. »Wir haben die Nerven bewahrt und das stimmt mich positiv für Spiel drei«, sagte Rankel, einer der Erfolgsgaranten in den diesjährigen Play-offs.

Nun steht der finale Kraftakt an, und da ist Berlin Spezialist. Die bislang letzten beiden Meisterschaften machten die Eisbären auf fremdem Eis – 2008 in Köln und 2009 in Düsseldorf – perfekt. »Eine gute Regeneration ist ganz wichtig und dann fahren wir sehr optimistisch nach Wolfsburg«, sagte Felski. Ustorf, der den Pokal auf dem Wolfsburger Eis zum ersten Mal als Kapitän empfangen will, meinte: »Wir sehen das als Spiel, das wir gewinnen müssen. Uns interessiert der Stand der Dinge nicht. Fertig, aus!«

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