Tiefe Schächte, heiße Quellen

Zwei junge Westeuropäerinnen entdecken die Slowakei und sind begeistert

  • Von Natascha Thoma
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Die dunkelgrünen Regenmäntel sind verschlissen und alle viel zu groß: »Ist das XXXL? Super! Djakujem, danke!«, ruft ein bäriger slowakischer Biker in schwarzer Lederkluft und greift zu. Daneben werden Taschenlampen von der Größe eines bescheidenen Werkzeugkastens ausgehändigt, denn nach dem einführenden Video, ganz auf Slowakisch, beginnt jetzt die Bergwerksführung im Andreas-Schacht.

Der Andreasschacht wurde als einer der ersten tiefen Bergbauschächte in Banska Stiavnica schon 1698 ausgehoben. Dabei begann der Silberabbau in der Region bereits im 13. Jahrhundert. Neben Silber wurden hier im mittelslowakischen Erzgebirge jahrhundertelang auch Gold und Antimon gefördert, ein für Legierungen verwendetes Halbmetall.

Über den Stollen entstand bald eine blühende Kleinstadt, deren verblichene Pracht heute nach und nach wieder zur Schau gestellt wird: Die barocke Pestsäule mitten auf dem Platz der Hl. Dreifaltigkeit erinnert an die mehr als 600...

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