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Windpark in der Ostsee eröffnet

EnBW plant bereits weiteres Projekt

Am Montag wurde der erste deutsche Offshore-Windpark in der Ostsee in Betrieb genommen. Baltic 1 soll jährlich Strom für 50 000 Haushalte liefern. Angela Merkel (CDU) kündigte ein Sonderprogramm für Technologien im Energiebereich an.

Zingst (Agenturen/ND). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den ersten deutschen Offshore-Windpark in der Ostsee eingeweiht. Sie gab den Startschuss für die Anlage des Energieriesen EnBW am Montag in Zingst gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft.

Der Windpark Baltic 1 besteht aus 21 Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 48,3 Megawatt, deren Rotoren einen Durchmesser von 93 Metern haben. Jährlich soll die Anlage bis zu 185 Gigawattstunden Strom produzieren – genug für 50 000 Haushalte. Der Strom wird über ein 60 Kilometer langes Seekabel an Land transportiert und dort ins deutsche Übertragungsnetz eingespeist.

Merkel, die den neuen Windpark zunächst im Hubschrauber überflog, erklärte nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert, mit der Offshore-Technologie werde »Neuland« betreten. Sie forderte die Anwesenden demnach auf, daraus gemeinsam zu lernen. EnBW-Chef Hans Peter Villis erklärte, Baltic 1 sei ein »Schlüsselprojekt«: »Wir haben diese gewaltige technische und logistische Herausforderung angenommen und erfolgreich gemeistert.« Folgen soll laut EnBW nun der Windpark Baltic 2 – der sechs Mal so groß werden soll. Der Windpark mit 80 Windkraftanlagen soll rund 32 Kilometer nördlich der Insel Rügen entstehen.

Merkel kündigte ein Sonderprogramm der staatlichen KfW-Bank in Höhe von fünf Milliarden Euro für neue Technologien im Energiebereich an. Der Staat sei bereit, beim Umbau der Energieversorgung zu helfen, sagte Merkel bei der Eröffnung. Sie sehe gute Chancen, dass das Kredit-Programm zügig in Kraft treten könne.

Windparks vor den Küsten sollen künftig einen großen Beitrag zur deutschen Stromproduktion leisten. Diese Windparks sind allerdings auch teuer, schwierig zu bauen und bergen Gefahren für die Meeresökologie. Zudem sind neue Stromleitungen notwendig, die den produzierten Strom in die großen Verbrauchsgebiete im Westen und Süden des Landes transportieren.

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