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Erdstöße erschütterten Süden Spaniens

In Stadt Lorca fast all Gebäude beschädigt

Nach dem schweren Erdbeben im Südosten Spaniens haben Tausende verängstigte Menschen die Nacht zum Donnerstag im Freien verbracht.

Murcia (dpa/ND. Entsetzen, Trauer, Wut: Nach dem schweren Erdbeben mit neun Todesopfern und rund 290 Verletzten standen die Menschen in der südostspanischen Region Murcia am Donnerstag angesichts des Ausmaßes der Verwüstung unter Schock. Allein in der am stärksten getroffenen Stadt Lorca sind nach Angaben der örtlichen Behörden rund 80 Prozent der Gebäude beschädigt, über 20 000 Einwohner verbrachten die Nacht im Freien, immer wieder wurden sie von Nachbeben aufgeschreckt. Die Regierung in Madrid versprach schnelle Hilfe, doch in Murcia wurde auch zunehmend Kritik laut, weil die Gebäude trotz der Gefährdung augenscheinlich nicht erdbebensicher waren.

»Am Mittwoch haben wir noch Gott gedankt, dass wir überlebt haben. Doch nun stehen wir von den Resten unseres Hauses und wissen nicht mehr weiter«, beklagte ein älteres Ehepaar in Lorca. Das schwerste Erdbeben in Spanien seit 55 Jahren brachte dort mehrere Gebäude komplett zum Einsturz und begrub zahlreiche Autos unter den Trümmern. Auch der Glockenturm der San-Diego-Kirche stürzte in sich zusammen. Die Todesopfer, darunter ein 14-Jähriger sowie zwei Schwangere, starben durch herabfallende Gebäudeteile.

Rund 1200 Soldaten, Polizisten und Zivilschützer waren mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Da selbst die Krankenhäuser in der knapp 100 000 Einwohner zählenden Stadt geräumt werden mussten, wurden auf den Straßen neben Zelten für die Obdachlosen auch mehrere Feldlazarette aufgebaut. »Es sieht aus wie nach einem Krieg«, meinte ein Anwohner.

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