Stefan Otto 16.05.2011 / Kultur

Sinfonie eines Dorfes

Der Theatermann Bernd Boßmann stemmt sich gegen die Anonymität der Großstadt

Bernd Boßmann möchte seine Schöneberger Nachbarschaft lebenswerter machen und schafft in seinem Berliner Kiez ein Projekt nach dem anderen. Ehrenamtliches Engagement und Unternehmertum ergänzen sich bei dem Theatermann. Er trotzt dem Großstadtdschungel und wünscht sich ein Kiez wie ein Dorf. Doch damit macht er sich nicht nur Freunde.

Ort für Gemeindearbeit: Der St. Matthäus Kirchhof im Berliner Stadtteil Schöneberg.

Mit der Gartenbank würde er sich eine Menge Arbeit aufhalsen, das wusste Bernd Boßmann. Er wollte sie in einem Oval um einen hoch aufgewachsenen Kirschlorbeer errichten. Die Friedhofsverwaltung hatte den wuchtigen Strauch bereits zum Abholzen freigeben. Es ist ein Teil des Werdens und Vergehens, dass Bäume und Sträucher auf dem Alten St. Matthäus Kirchhof weichen, wenn ein Grab eingeebnet wird. Das weiß auch Boßmann, der Vorsitzende vom Friedhofsverein Efeu. »Aber bei diesem Kirschlorbeer rankten die Äste bis auf den Boden. Das war längst eine Höhle für Kinder.«

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