Wenn es zu Hause schön ist, hau ich nicht ab

  • Von Oliver Matz
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Bitte keine Namen und Gesichter: Besuch in einem Berliner Flüchtlingsheim. Reportage von Oliver Matz.

Warten auf eine Entscheidung: Bis Anträge von Asylsuchenden geprüft sind, könen in Deutschland viele Monate vergehen.

Unscheinbar liegt der blaue Plattenbau in einer Lichtenberger Seitenstraße. Kein Schild weist darauf hin, dass es sich um ein Flüchtlingsheim handelt. Die Betreiber legen Wert auf Anonymität. Ein Wachmann in blauer Uniform kontrolliert den Eingang. Ohne sich auszuweisen, kommt hier niemand hinein. Das Heim wird rund um die Uhr bewacht. Drinnen herrscht Stille. Ein paar afghanische Kinder zwischen vier und sechs Jahren laufen auf dem Flur herum und sagen freundlich »Guten Morgen«.

In einem Büro im Erdgeschoss sitzen die deutschen Betreuer. »Unsere Namen sind tabu und bitte, machen Sie auch keine Fotos von uns«, sagt eine 53-jährige Pädagogin schon bei der Begrüßung. »Wir wollen nicht, dass die NPD hier auftaucht und demonstriert.« Die Frau wirkt freundlich und doch resolut. Seit 2007 arbeitet sie hier. In ihrem Berufsleben hat sie vom prügelnden Ehemann bis zum Drogenhändler schon viel erlebt. Zuständig ist die Frau unter anderem fü...


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