Werbung

Lokführer beenden Streik bei der ODEG

Berlin (dpa). Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat in der Nacht zum Sonnabend nach zwei Tagen ihren Streik bei der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) beendet. Das bestätigte der Vorsitzende des GDL-Bezirks Berlin-Sachsen-Brandenburg, Frank Nachtigall. Nach Angaben der Eisenbahngesellschaft fuhren am Sonnabend auf den meisten Strecken die Züge wieder nach dem normalen Fahrplan. Nur auf der Linie OE 36 zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin-Schöneweide gelte zunächst weiterhin ein Notfahrplan. Dort seien die GDL-Lokführer ausgesperrt.

Die Ausstände hatten insgesamt 48 Stunden gedauert. Nach GDL-Angaben beteiligten sich etwa 70 Prozent der Lokführer an der Arbeitsniederlegung. Im Zuge des Streiks mussten sich Reisende in Berlin und Brandenburg auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Ziele des Streiks sind bessere soziale Absicherungen und ein höheres Gehalt.

Nach GDL-Ansicht soll die ODEG den Tarifkonflikt nicht länger eskalieren lassen und sich wieder an den Verhandlungstisch setzen. »Wir werden solange streiken, bis der Arbeitgeber bereit ist, mit einem substanziellen Angebot zu kommen«, kündigte Nachtigall an. Das bedeute nicht nur drei Prozent mehr Gehalt, sondern die Übernahme des Rahmentarifvertrages. Der GDL zufolge gibt es bei der ODEG gravierende Unterschiede beim Einkommen. Demnach liegen die Löhne rund 30 Prozent unter dem Niveau der einheitlichen Rahmenregelungen.

Seitens der ODEG hieß es, man lasse sich von der Gewerkschaft nichts diktieren. Man sei verhandlungsbereit, es hänge von der Gewerkschaft ab, ob es zu Gesprächen komme. Die Forderung nach der Übernahme des Rahmentarifvertrages könne die Geschäftsführung aber nicht akzeptieren, sagte eine Sprecherin. Die GDL will einheitliche Tarifstandards für die etwa 26 000 Lokführer der gesamten Bahnbranche erzwingen. Für die 20 000 Lokführer der Deutschen Bahn ist der Rahmentarifvertrag schon seit April unter Dach und Fach. Im Tarifkonflikt mit den Bahn-Konkurrenten ist die Gewerkschaft dazu übergegangen, Streiks nur noch kurzfristig bekannt zu geben.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!