Gespielt wird wenig

Saint-Saëns an der Deutschen Oper Berlin

  • Von Irene Constantin
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Samson (José Cara) im 19. Jahrhundert

Ob sich hinter »Samson und Dalila« tatsächlich eine alttestamentarische Geschichte verbirgt oder ob das Werk eine Abwandlung von »Aida« oder »La Traviata« ist oder gar eine Revolutions-Oper – schwer zu entscheiden. Patrick Kinmonths Inszenierung erzählt eine eigene Geschichte, in der sich Politik und eine Psychologie der Erotik gleich gewichtig ineinander verstricken. Leider erschließen sich deren einleuchtende Deutlichkeit, deren Konflikte und ödipale Komplexe vor allem durch die Lektüre des Programmbuches. Gespielt wird wenig, die Figuren verlieren sich in der Tiefe des Raumes, ohne dass sich ihre Konstellationen auch nur zu deutbaren Bildern verdichteten.

Der Schauplatz für Kinmonths vor allem gesungene Konzeption ist ein edel beleuchtetes Eisenbahngleis, eingefasst von zwei Bahnsteigen im Niemandsland. Mehr noch als die Kostüme soll eben diese technische Errungenschaft auf das Paris der Entstehungszeit der Oper hinweisen. In der...


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