Sozialisierung der Gläubiger

Ein Schuldenschnitt würde neben Banken auch die öffentliche Hand in Euroland hart treffen

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Private Banken und Investoren sind kaum noch für die Euro-Krise dingfest zu machen – die Schuldenpapiere Griechenlands und anderer Krisenländer hält längst die öffentliche Hand.

Die Verantwortlichen der Europäischen Zentralbank (EZB) warnen in schöner Regelmäßigkeit vor einer Umschuldung Griechenlands als »Horror-Szenario«. Ihnen geht es dabei vor allem um das eigene Haus. Unmittelbar würde ein Schuldenschnitt alle Gläubiger treffen, die marode Staatsanleihen besitzen. Dazu gehören aber längst nicht mehr allein private Anleger, Banken oder Hedgefonds, sondern auch die EZB. Und bald könnte das Gleiche für Irland oder Portugal, Spanien oder Italien inszeniert werden; auch Belgien ist ins Visier der Ratingagenturen geraten.

Schon als Reaktion auf die Finanzkrise ab 2007 hatte die Zentralbank ihre Regeln etwas gelockert und aktive Antikrisenpolitik betrieben. Die EZB-Bilanz verdreifachte sich. Um dann obendrein der Euro-Schwäche beizukommen, startete der EZB-Rat im Mai 2010 ein Wertpapierprogramm, das es der Zentralbank erstmals erlaubte, Staatsanleihen der Euroländer zu kaufen. Die Summe der aufgekauften Papi...


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