Studieren in der Zoffjetzone

  • Von Ernst Röhl
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Vom Kölner Dom aus gesehen, fängt gleich hinter Deutz – spätestens aber hinter Helmstedt – Sibirien an. Das ahnte schon Adenauer, heutzutage ist es für westdeutsche Abiturienten mit fundierten Geschichtskenntnissen gesichertes Wissen. Folglich machen sie um die Hochschulen der Zoffjetzone einen großen Bogen und drängen in Sechserreihen hinein in die freiheitlich-demokratischen, leider jedoch hoffnungslos überfüllten Hörsäle der freien Welt.

Frau Professor Schavan, die Bildungsministerin der Bildungsrepublik Deutschland, mag sich an die gähnende Leere der Hörsäle im Osten nicht gewöhnen und erwartet daher viel von der Marketing-Großkampagne »Studieren in Fernost«. Diese »Hochschulinitiative neue Bundesländer« verherrlicht ein nahöstliches Studium als fernöstliches Abenteuer mit Schaumdisco und Brillantfeuerwerk. 16 Millionen Euro lässt sich das Bildungsmysterium die erhoffte Image-Aufbesserung der sibirischen Leeranstalten kosten. Di...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.