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Vorbild Kroatien

Vorbild Kroatien

So deutlich hatte es sein Vorgänger niemals ausgesprochen. Aber Papst Benedikt XVI. bezeichnete am Wochenende während seines Besuchs in Kroatien die Geschichte der 20-jährigen Eigenstaatlichkeit des Landes als »beispielhaft« und »Grund zur Reflexion für alle anderen Völker des Kontinents«. Kein Wort verlor der Papst über nach 1991 verübte Verbrechen: ethnische Säuberungen, deren Opfer Tausende in Kroatien lebende Serben wurden, und andere Kriegsverbrechen, die selbst vom gegenüber Kroaten großzügigen Haager Tribunal als solche eingeordnet wurden.

Die Opfer werden die Papstworte als zynisch empfinden, aber aus der Warte dieses Zynismus ist es tatsächlich eine Erfolgsgeschichte; eine, an deren Zustandekommen der Vatikan maßgeblich beteiligt war. Rom darf sich rühmen, die Aufspaltung Jugoslawiens nach 1990 aktiv mitbetrieben zu haben. Die blutigen Folgen dieses Kurses der kroatischen Führung nahm Rom, das Verbrechen anderer Führer des Balkans unnachsichtig geißelte, weitgehend kritiklos in Kauf.

Auch das steht in der politische Kontinuität der Vatikan-Politik auf dem Balkan: Benedikt weilte gestern gedenkend am Grabe von Kardinal Stepinac, Militärvikar von Hitlers Verbündetem in Zagreb, und pries ihn als »Verteidiger des wahren Humanismus«. Johannes Paul II. hatte Stepinac, der nach 1945 als einziger Kardinal wegen Kriegsverbrechen verurteilt wurde, bereits selig gesprochen. Benedikt blieb in dieser Spur.

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