Heimatliebe ist Sehnsucht nach Frieden

Conrad Taler über Grenzen, die uns vor einem Rückfall in die Barbarei bewahren

Wenn sich zu Pfingsten die Sudetendeutschen wieder treffen, wird CONRAD TALER nicht dabei sein. Obwohl auch er ein Vertriebener ist. Der 1927 in Deutsch Gabel (heute: Jablonné v Podještedí) bei Reichenberg als Kurt Nelhiebel geborene Journalist schreibt seit den 50er Jahren gegen Leugnung und Verdrängung von Ursache und Wirkung an. Er verfasste zahlreiche Bücher, darunter »Rechts, wo die Mitte ist. Der neue Nationalismus in der Bundesrepublik« (S. Fischer), »Das Vorspiel. Die Sudetenkrise und der Zweite Weltkrieg« (Donat Verlag) sowie bei PapyRossa »Verstaubte Kulisse Heimat. Über die Kausalität von Krieg und Vertreibung«, »Der braune Faden. Die verdrängte Geschichte der Bundesrepublik« und »Zweierlei Maß. Oder: Juristen sind zu allem fähig«. Den Zeitzeugen befragte KARLEN VESPER.

Damit begann es – mit dem Einmarsch der Wehrmacht in Prag, 15. März 1939

ND: Herr Taler, Sie gehörten zu den Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Tschechoslowakei verlassen mussten – obwohl Sie der Sohn eines Antifaschisten sind, eines Sozialdemokraten, der Widerstand gegen Hitler geleistet hat. Haben Sie das damals verstehen können? Oder empfanden Sie das als ungerecht?
Taler: Nein, ich habe das nicht verstehen können. Als die tschechische Regierung den Deutschen alle staatsbürgerlichen Rechte entzog, sah sie zwar für Hitlergegner Ausnahmen vor, in Wirklichkeit aber hatte das Ganze auch für sie tragische Folgen. Auch sie mussten von den Hungerrationen leben, die den Deutschen damals mit Verweis auf die Lebensmittelzuteilungen für Juden während der NS-Zeit zudiktiert worden waren, auch sie durften öffentlich nicht mehr die deutsche Sprache benutzen, und ihre Kinder standen vor verschlossenen Schulen. So kamen schließlich die Antifa-Transporte zustande, mit denen die deutschen Kommunisten in die sowj...

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