Werbung

Ausgrenzung der Hamas sollte enden

Offener Brief ehemaliger Spitzenpolitiker

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Tel Aviv (dpa/ND). 24 ehemalige Regierungschefs, Außenminister und andere Spitzenpolitiker haben sich für ein Ende des Boykotts der im Gaza-Streifen herrschenden radikal-islamischen Hamas ausgesprochen. »Ein dauerhafter Frieden mit Israel ist ohne die Unterstützung durch die Hamas nicht möglich«, heißt es in einem am Freitag von »Spiegel Online« veröffentlichen Brief. Darin werden die USA und die Europäische Union aufgefordert, ihren Kurs in der Nahost-Politik zu korrigieren.

»Wir als ehemalige Ministerpräsidenten, Außenminister und Friedensvermittler haben aus erster Hand gelernt, dass die Sicherung dauerhaften Friedens nur unter Einbeziehung aller Konfliktparteien möglich ist«, heißt es. Außerdem sei die Überwindung der politischen und institutionellen Spaltung zwischen dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen die Voraussetzung für die Bildung eines geeinten und lebensfähigen palästinensischen Staates. Die USA und die EU sollten deshalb mit einer neuen Regierung der nationalen Einheit einen konstruktiven Dialog führen. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen der ehemalige Ministerpräsident der Niederlande, Dries van Agt, der frühere israelische Außenminister Schlomo Ben-Ami sowie der ehemalige französische Außenminister Hubert Védrine.

Die beiden größten Palästinenserorganisationen, die im Westjordanland herrschende Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und die Hamas, wollen nach Jahren offener Feindschaft jetzt eine neue Regierung der nationalen Einheit bilden. Dieser sollen jedoch keine Parteimitglieder, sondern nur unabhängige Experten angehören. Die Regierung wird keine Friedensverhandlungen führen, sondern das tägliche Leben der Palästinenser organisieren und Wahlen für Mai 2012 vorbereiten.

Der neuen Einheitsregierung droht möglicherweise ein neuer Boykott durch westliche Staaten, weil die Hamas weiter als Terrororganisation eingestuft wird. Sie hat bislang auch nicht die Forderungen des Nahost-Quartetts erfüllt, das Existenzrecht Israels sowie alle bereits geschlossenen Verträge anzuerkennen sowie Terror und Gewalt abzuschwören.

In dem offenen Brief plädieren die Unterzeichner dafür, dass diese an die Hamas gestellten Kriterien Ziele und nicht Voraussetzungen für einen Dialog sein sollten.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!