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Weiter Willkür in Ägypten

Übergriffe von Sicherheitskräften bleiben auf der Tagesordnung und meist ungeahndet

  • Von Juliane Schumacher, Kairo
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die juristische Aufarbeitung der Ära Mubaraks kommt in Ägypten nur zäh voran. Vollkommen außen vor bleiben dabei die Verbrechen von Polizei und der Sicherheitspolizei Amn el-Dawla.

Es gibt Momente, in denen die Revolution und ihre Errungenschaften noch einmal wirklich deutlich werden: Als sich jetzt der Todestag des Bloggers Khaled Said jährte, der von Mubaraks Polizei auf offener Straße totgeprügelt wurde, da zog eine Menge von rund tausend Demonstranten vors Innenministerium, rief Slogans gegen Folter und Polizeigewalt und sprühte das Konterfei Saids über die ganze Mauer des Ministeriums, vor den Augen der Polizei. »Unglaublich«, kommentierten fast alle, die zusahen, fotografierten, »nie im Leben hätte ich geglaubt, dass das einmal möglich sein würde!«

Der Moment des Triumphs ist die eine Seite der Medaille, die andere, dass vier Monate nach Mubaraks Rücktritt immer noch – oder wieder – Protest gegen Polizeigewalt nötig ist. Die Köpfe des alten Regimes, Mubarak, seine Söhne, Minister, sind inzwischen alle in Haft oder Haft gewesen. Auch wenn Beobachter davon ausgehen, dass viele der Prozesse verschleppt oder...


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