Der Fall des Doktor Mauer

Stadtführer machen Theater: »Textour« durch Berlin

  • Von Maryam Schumacher, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Textouren heißt eine theatralische Stadtführung durch das Berliner Regierungsviertel. Sie setzt die Stadt in Szene – Geschichten, Gedichte und Lieder verweben sich zu einem Kriminalfall.

Immer samstags steht am Brandenburger Tor ein adrett gekleideter Mann. Er ist wortgewandt. Er ist Stadtführer, aber auch Schauspieler. Wenn er vor dem Reichstag steht, dann rattert er keine Fakten zum Kuppelbau herunter. Vielmehr rezitiert er aus dem Gedicht von Robert Gernhardt »11. Januar 1998 – Er fährt an der Berliner Reichstagsbaustelle vorbei«. Der Stadtführer zeigt theatralisch auf den Bundestag und spricht die Worte: »Hier wird der Hauptstadt neues Haupt entstehen.« Bei diesem Rundgang durch das Regierungsviertel entsteht eine kleine Wundertüte. Wer mitgeht, der wird in einen Sog von literarischen Texten und Liedern gerissen – und in einen Kriminalfall noch dazu. Diese Mischung aus Schauspiel, Literatur und Stadtführung nennt sich »textouren«.

In Hamburg gibt es diese Rundgänge seit vier Jahren. Thema dort ist meist die Seefahrt, der Hafen, die Melancholie. In Berlin geht es eher um den Politikbetrieb, überehrgeizige Journal...


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