Mendelsohns Musentempel

Die Schaubühne dokumentiert die Baugeschichte ihres Hauses

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Schaubühne am Lehniner Platz

Kühn hingeworfen mit breitem Farbstift auf Zeichenkarton, in knappen Strichen nur, von großer Bestimmtheit und ebensolcher Überzeugungskraft: So schauen Erich Mendelsohns Originalblätter zum Entwurf der heutigen Schaubühne aus. Beredt und mit beinah expressionistischem Schwung weiß der bedeutende Architekt seine Schöpfung zu erläutern. Warum diese Architektur, fragt er 1926 und antwortet, sie sei Ergebnis des Lebens und der Zeit, wolle aufrichtig sein, nicht täuschen. Pietätlos indes sei sie nicht.

Mendelsohn wusste offenbar aus der Erfahrung, dass die Moderne nicht unumstritten war. Der 1887 in Ostpreußen Geborene hatte in Berlin und München studiert, eröffnete 1918, nach seiner Rückkehr aus dem Krieg, ein äußerst erfolgreich laufendes Büro in der deutschen Hauptstadt. 1924 rief er mit Mies van der Rohe und Walter Gropius die Gruppe »Der Ring« ins Leben, baute 1926 im damaligen Leningrad die Textilfabrik »Rote Fahne«, brillierte von 19...


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