Leben heißt Nüsseknacken

Der Schriftsteller Hermann Kant wird am Dienstag 85

  • Von Irmtraud Gutschke
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

»Manchmal trifft man noch auf eine Tomate, die wie eine Tomate schmeckt. Manchmal riecht eine Gurke herb und süß, wie Gurken einstens rochen. Manchmal sehen Erdbeeren nicht nur aus, als wären sie Erdbeeren. Das ist dann Glück. Aber Glück ist ein Wort für die Ausnahmen.« Zustimmendes Gelächter im Saal – wie damals, 1981, als »Der dritte Nagel« erschien –, wäre dem Autor auch heute gewiss. Resonanz – er hatte immer ein Talent dafür, sogar als er noch gar nicht Autor war.

Wenn schon so ein schmächtiges Kerlchen, dann wenigstens schlau. Wenn schon als Sohn eines Straßenfegers in einer anderen Klasse als die Gymnasiasten, dann wenigstens die Mitschüler zum Lachen bringen. Oder die Mitgefangenen im Lager, denen dadurch auch Ernsteres zu vermitteln war.

Nicht nur einmal hat Hermann Kant später gesagt, dass sein Weg als politischer Mensch und als Schriftsteller – immer in dieser Reihenfolge – in jenem Kriegsgefangenenlager begann, das ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.