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Proteste gegen Ahmadinedschad

Zusammenstöße in Iran / Inhaftierter Dissident starb nach Hungerstreik

Zwei Jahre nach dem umstrittenen Wahlsieg von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist es in der iranischen Hauptstadt Teheran zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen. Kurz zuvor war ein seit der Wiederwahl Ahmadinedschads inhaftierter Dissident nach einem Hungerstreik gestorben.

Teheran/Berlin (dpa/ND). Die Opposition hatte zum zweiten Jahrestag der Wiederwahl Ahmadinedschads am Sonntag zum »stillen Protest« aufgerufen. Laut Oppositions-Websites folgte eine große Menge dem Appell. Gleichzeitig seien zahlreiche Polizisten und Sicherheitskräfte aufmarschiert. Bei den Kundgebungen sollen mehrere Demonstranten festgenommen worden sein. Augenzeugen berichteten, Angehörige der berüchtigten Basidsch-Milizen seien mit Stöcken bewaffnet gewesen.

Unterdessen starb ein seit der Wiederwahl Ahmadinedschads inhaftierter Dissident nach einem Hungerstreik. Der Journalist Resa Hoda Saber habe einen Herzinfarkt erlitten, berichtete die iranische Agentur ISNA. Der 54-Jährige hatte seinen Hungerstreik vor zehn Tagen im Evin-Gefängis von Teheran begonnen, um gegen den ungeklärten Tod der Dissidentin Haleh Sahabi zu protestieren. Sie war Anfang Juni bei der Beerdigung ihres Vaters, des Oppositionellen Esatollah Sahabi, ums Leben gekommen. In Oppositionskreisen hieß es, sie sei von Polizisten geschlagen worden. Esatollah Sahabi war im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Er war in den 70er Jahren Mitbegründer der liberalen Freiheitsbewegung. Mehrfach wurde er inhaftiert, insgesamt verbrachte Sahabi 15 Jahre hinter Gittern.

Ahmadinedschad hatte sich bei den Wahlen am 12. Juni 2009 nach offiziellen Angaben klar gegen den Kandidaten Mir Hussein Mussawi durchgesetzt.

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