Anke Stefan, Athen 17.06.2011 / Ausland

Griechenland: Wahlen immer wahrscheinlicher

Regierungschef Papandreou verliert angesichts der Proteste an Rückhalt in der eigenen Partei

Kaum angekündigt, schon verschoben: Am Donnerstagmorgen kursierte in griechischen Medien bereits die Nachricht, die am Vorabend angekündigte Regierungsumbildung werde um einen Tag verschoben. Gleichzeitig erklärten zwei weitere Abgeordnete der Regierungspartei PASOK ihren Rücktritt – die Nummern sechs und sieben.

Der Mittwoch war in Athen denkbar dramatisch verlaufen. Gegen Mittag hatten die Journalisten ihre Beteiligung am Generalstreik abgebrochen, da nach einem Treffen des Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou mit Staatspräsident Karolos Papoulias »wichtige Entwicklungen« zu erwarten waren. Stunden vor einer offiziellen Erklärung sickerte durch, der Regierungschef habe Oppositionsführer Antonis Samaras seinen Rücktritt angeboten, um den Weg für eine Koalitionsregierung der »nationalen Einheit« frei zu machen. Papandreou schwebte eine langfristige Koalition mit Samaras' Nea Dimokratia (ND) zur gemeinsamen Bewältigung der Schuldenkrise vor – im Rahmen der mit den Gläubigern in EU und Internationalem Währungsfonds getroffenen Vereinbarungen über Sparmaßnahmen und Kredite.

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