Das Auge als Kompass

Besitzt der Mensch doch einen Magnetsinn?

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Viele Tiere, namentlich Zugvögel, haben ein Sensorium für das Magnetfeld der Erde. Um sich auf ihrer langen Wanderung auch im Dunkeln orientieren zu können, bestimmen sie den Neigungswinkel der magnetischen Feldlinien relativ zur Erdoberfläche. Denn am Pol weisen diese Linien senkrecht nach oben, während sie am Äquator nahezu parallel zur Erdoberfläche verlaufen.

Wo aber ist der Magnetsinn bei Vögeln lokalisiert? Vieles deutet auf die Netzhaut (Retina) des rechten Auges hin. Denn als vor Jahren der deutsche Ornithologe Wolfgang Wiltschko bei Rotkehlchen das rechte Auge abdeckte, verloren die Vögel ihre Fähigkeit zur räumlichen Navigation. Es sind vermutlich spezielle Pigmente auf der Retina, sogenannte Cryptochrome (CRY), welche die magnetische in visuelle Information umwandeln, so dass Vögel die magnetischen Feldlinien optisch wahrnehmen können. Dieses »Magnetsehen« wird durch einen weiteren Prozess unterstützt: Die Cryptochromen e...


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